MEDIATION

Was ist Mediation?

Mediation ist ein Weg der selbstverantworteten Konfliktlösung und

  • hat sich als Alternative zum juristischen Streitverfahren seit langem bewährt,
  • hilft, eigene Vereinbarungen zur Regelung von strittigen Fragen zu erarbeiten,
  • setzt Freiwilligkeit aller Beteiligten voraus und bietet eine neutrale Anleitung,

weil der/die MediatorIn keine Entscheidungskompetenz hat.

Tragfähig sind besonders Vereinbarungen, die eigenverantwortlich und selbständig in gemeinsamen Gesprächen miteinander „ausgehandelt“ werden.

„Aushandeln“ in der Mediation heißt:

  • die eigenen Rechte und Interessen erkennen und vertreten,
  • die Interessen anderer wahrnehmen und verstehen,
  • gemeinsam einen für alle Parteien gerechten und fairen Interessen-Ausgleich erarbeiten.

Mediation fördert die Kommunikation durch einen strukturierten Gesprächsablauf: Es gibt keine Verlierer!

Mediation achtet auf die Balance zwischen den Parteien aufgrund gegenseitiger Achtung: Es geht um Fair-ständigung!

Mediation ist: keine Rechtsberatung und ersetzt sie auch nicht, keine Psychotherapie oder Ehe-/Familientherapie.

 

Für wen ist Mediation geeignet?

Mediation wird in Anspruch genommen von Paaren oder Eltern, die besonders im Interesse der Kinder in einer Phase der Neuorientierung planen möchten:

  • um Konflikte und Krisen in der Familie zu bewältigen,
  • um nach dem Entschluß zur Trennung die Trennungsfolgen selbstverantwortlich und gemeinsam zu regeln,
  • von alleinerziehenden Eltern, die die Trennung vollzogen haben und Unterstützung wünschen für einen gelingenden Kontakt mit dem anderen Elternteil,
  • von Ehepartnern und/oder Eltern, die ihr Zusammenleben in der Familie neu planen möchten,
  • von Eltern und Jugendlichen, die gemeinsam einen gelingenden Ablösungsprozeß erarbeiten möchten.

Mediation hat sich bewährt bei der Aufarbeitung von sozialen Konflikten:

  • am Arbeitsplatz,
  • in der Nachbarschaft,
  • in Geschäftsbeziehungen.

Mediation ist also geeignet für:

  • Paare, die ihr gemeinsames Leben planen möchten (z.B. durch Aushandeln eines Ehevertrages),
  • „Stief-Familien“ (neu verheiratete Partner mit Kindern aus erster Ehe), die ihr gemeinsames Leben neu regeln müssen,
  • Familien, die sich in besonderen Konfliktsituationen befinden (Ablösung von den Herkunftsfamilien; Erbauseinansetzungen).

 

 

 

Wie verläuft Mediation?

In gemeinsamen Gesprächen der Konfliktparteien schafft der/die MediatorIn allen Beteiligten den Raum, sich über ihre Interessen, Bedürfnisse und ihre Wünsche für die Zukunft klar zu werden und diese zu formulieren. Dabei soll jede(r) Beteiligte gehört und verstanden werden. Die Vertraulichkeit in der Mediation ist gewährleistet:

  • Die/der MediatorIn und alle beteiligten Parteien verpflichten sich zur vertraulichen Behandlung aller besprochenen Inhalte und Daten.

Die Streitfragen werden Schritt für Schritt erörtert, dann Lösungswünsche und -möglichkeiten zusammengetragen. Schließlich werden im Rahmen des geltenden Rechts von den Beteiligten Vereinbarungen getroffen, die für sie fair und befriedigend sind.

Das Ergebnis der Vermittlung zu allen Regelungspunkten wird schriftlich fixiert, ggf. durch Beratungsanwälte überprüft. Diese Vereinbarung kann so als Grundlage für einen gerichtlichen oder notariellen Vergleich dienen.

Welche Kosten entstehen durch Mediation?

  • Für die Gespräche wird ein Stundenhonorar vereinbart. Die Dauer der Mediation richtet sich nach dem Umfang der zu behandelnden Problembereiche und nach den Wünschen der Beteiligten.

Meistens ergibt sich eine erhebliche Kostenersparnis gegenüber einem gerichtlichen Verfahren.

 

 

Gründe für Mediation

Mediation ist in den USA vor etwa 20 Jahren entwickelt worden und wurde 1982 in Deutschland zum ersten Mal auf einer Tagung in Bad Boll zum Thema Familienrecht vorgestellt.

Im Jahr 1996 sind allein in Nordrhein-Westfalen knapp 43000 Ehen geschieden worden, wovon in der Hälfte der Familien Kinder leben. Die Alltagserfahrung zeigt, daß Kinder in der Regel unter der Trennung und Scheidung einer Familie erheblich leiden und in vielen Fällen auch Spätfolgen im Erwachsenenleben zeitigen. Die Wahrscheinlichkeit einer Trennung und Scheidung im Erwachsenenleben ist doppelt so groß. Neuere Forschungen [Kardas & Langenmayr (1996): Familien in Trennung und Scheidung. Ausgewählte psychologische Aspekte des Erlebens und Verhaltens von Scheidungskindern; Stuttgart (Enke)] allerdings zeigen, daß differenzierter erhobene Ergebnisse glücklicherweise nicht den Pessimismus berechtigen, der manchmal in den Medien publizistisch und dramatisch ausgewertet wird. So sehr die Trennung und Scheidung für betroffene Kinder auch ein gravierendes und ihr Leben insgesamt bestimmendes „life-event“ ist, so sehr zeigt auf der anderen Seite die Resilienzforschung, daß Kinder aufgrund starker Selbstheilungskräfte mit diesem Konflikt umzugehen lernen. Was jedoch wirklich nachhaltig und schädigend wirkt, ist die Verinnerlichung des „Streit“ zwischen den Eltern, d. h. die als unendlich empfundene Tatsache des Streits und seine zerstörerische Qualität zwischen den Eltern. Diese Qualität des Streitens und dieses Streitniveau, das ja in der Regel schon lange vor der Trennung eingesetzt hat und meist ergebnislos endete, beeinflußt die Trennungsbedingungen und -umstände und setzt Angstpotentiale bei den Kindern.

Rahmenbedingungen und Ablauf

Mediation wird verstanden als ein spezielles Verfahren, um zerstrittenen Parteien einen gemeinsam akzeptierten Ausweg zu ermöglichen, ohne dass eine dritte und fremde Instanz regulierend oder urteilend dazutritt. Eigenverantwortlichkeit und Eigeninitiative im Suchen und Finden von Lösungen sind deshalb in einem Mediationsprozeß unerlässliche Voraussetzungen. Der/die MediatorIn muss demzufolge streng neutral bleiben, weil es für die Parteien elementar wichtig ist, selbst kreierte Optionen zu beiderseits gemeinsam akzeptierten Regelungen reifen zu lassen. Es soll also ausschließlich darum gehen, dass die Parteien ihren eigenen Weg gehen können, weshalb die Verläßssichkeit in der Einhaltung dieser Vereinbarungen um vielfaches größer ist, da ja keine fremde Kraft den Parteien Lösungen aufzwingt.

Mediation versteht sich also als ein Verfahren, das auf „Fair-ständnis“ baut bzw. Rahmenbedingungen dafür bieten will: Die Eltern kommen zu vereinbarten Sitzungen mit einem/r MediatorIn und erarbeiten dort die Regelungen, die für sie hinsichtlich der Auflösung der Eigentums- und Besitzverhältnisse und für die Regelung des Sorge- und Umgangsrechts für die Kinder gelten sollen. Dies wird zusammenfassend in der „Vereinbarung“ schriftlich festgehalten.

Die amerikanisch geprägte Mediationsarbeit ging in der Regel davon aus, dass die Kinder bei der Erarbeitung der zukünftigen Lebensgestaltung nicht beteiligt sind. Viele deutsche MediatorInnen haben dieses Setting dahingehend verändert, daß ab einem bestimmten Zeitpunkt nach entsprechender Vorbesprechung und Vorbereitung Kinder durchaus im Mediationsprozeß anwesend und bei der Erarbeitung beteiligt sind. Diese Modifikation wird von den MediatorInnen bei entsprechender Gestaltung als äußerst gewinnbringend erfahren und entspricht natürlich viel eher dem demokratischen Grundverständnis, das der Mediation ja unterliegt. Denn gerade hier besteht die Möglichkeit, dass alle Beteiligten ihre Vorstellungen und Bedürfnisse einbringen und hier widerspräche dieses Verfahren sich selbst, würden z. B. Jugendliche, die durchaus für sich das Wort ergreifen können, ausgeschlossen werden.

Verfahren MediatorInnen aber so, dass sie Kinder und insbesondere Jugendliche zum Zeitpunkt der Optionsentwicklung und der Verhandlung dazuholen, stellt die Mediation konzeptionell das bisher einzige Verfahren dar, das theoretisch und praktisch als eigenständige Methode einer guten Einbeziehung und Hilfe für die Kinder im Trennungs- und Scheidungsprozess entworfen ist.

Seminar- und Vortragsangebot

Eltern bleiben Eltern: Gemeinsames Sorgerecht lernen – Eine praktische Hilfe für getrennt lebende Eltern

Der Gesetzgeber hat bei Scheidungen das gemeinsame Sorgerecht 1997 zum Regelfall erklärt. Dabei hatte er vor allem die Kinder im Auge, denen es zum Nutzen sein soll. Das wollen sicherlich alle Eltern. Nur ist diese Form eines getrennten und doch gemeinsamen Erziehungsprozesses neu – und will deshalb gelernt sein.

In diesem Seminar können getrennt lebende Eltern – wenn möglich, beide – alle Fragen diskutieren und Vorstellungen entwickeln, die auf sie zukommen bzw. sie schon zu bewältigen haben, wenn sie das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder praktizieren wollen.

(Dieses Seminar dient nicht der emotionalen Verarbeitung der Trennung, sondern speziell der Gestaltung der erzieherischen Praxis der Kinder jetzt und in der Zukunft).

Mediation – ein „fair-ständiges“ Vermittlungsverfahren bei Trennung und Scheidung

Wie können wir Ehepartner/Eltern auseinander-gehen?

Mediation (von „to mediate“ = vermitteln, nicht: Meditation!) gilt als ein neues spezifisches Vermittlungs- und Beratungsverfahren in Trennungs- und Scheidungsfällen. Diese Methodik zielt auf eine unparteiliche und für alle Beteiligten gleichberechtigte Aushandlung und einen für alle Beteiligte nachteilslosen Ausgleich sämtlicher Fragen, die mit dem Auseinandergehen von zwei Partnern verbunden sind („Scheidung ohne Verlierer“). Mediation ersetzt nicht das gerichtliche Scheidungsverfahren, sondern bietet einen außergerichtlichen Weg bis zum tatsächlichen Scheidungstermin bei Gericht an, wo das Ergebnis der Mediation in Form einer von beiden getragenen und juristisch gültigen „Vereinbarung“ eingebracht wird. Für alle Betroffenen hat sich inzwischen diese Mediation als sehr nutzvoll erwiesen. – Diese Methodik ist bewusst „a-therapeutisch“, so dass Lösungen von Sachfragen Raum gegeben und ermöglicht wird.

In diesem Seminar können Ehepartner/Eltern ihre Vereinbarungen mediativ erarbeiten. Eine Mediation am Wohnort sollte die Ergebnisse dieses Seminars abschließen.

 

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